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Geschichte der Insel Lanzarote

Lanzarote – die viertgrößte Kanarische Insel – ist von allen die durch Vulkanausbrüche am stärksten geprägte Insel.

Entstanden ist sie vor rund 18 Millionen Jahren. Das heutige Gesicht dieser Insel wird immer noch dominiert durch ca. 300 Vulkankegel. Die ganze Insel ist einer Mondlandschaft nicht unähnlich.

Sehen wir uns einmal die belegte Geschichte der Insel ein wenig genauer an.


1100 v. Chr.
Man nimmt, dass in dieser Zeit die Insel bevölkert wurde. Und zwar sollen es die Phönizier gewesen sein.

Schriften von den alten griechischen Philosophen wie Herodot oder Platon berichten von der Insel als Land der Fruchtbarkeit und in alten Schriften von Homer wird sie als paradiesischer Ort beschrieben.

Die Aufzeichnungen von Plinius dem Älteren in seiner Naturalis Historia über die Kanarischen Inseln sprechen von Iunonia (Lanzarote und Fuerteventura). Es ist anzunehmen, dass diese beiden Inseln eins waren.

Archäologen haben hier Funde gemacht, die die Anwesenheit von Römern schon im 1. Jahrhundert v. Chr. belegen.

Kanarische Inseln
Das Wappen der kanarischen Inseln

999 n. Chr.
Bis zu diesem Jahr sind die gesamten Kanarischen Inseln ziemlich in Vergessenheit geraten. Das Römische Reich war zusammengebrochen und die Inseln hatten ihre Bedeutung verloren.

Im Jahr 999 begann der Handel zwischen der Urbevölkerung und den Arabern, nachdem der arabische Admiral Ben-Farroukh auf Lanzarote landete.

1336 - 1393
Lancelotto Malocello
führte 1336 eine Flotte von Lissabon in den Atlantik mit dem Ziel, das Ende der Welt zu entdecken. Das Ende der Welt erreichte er nicht, dafür aber die Kanarischen Inseln. Auf Lanzarote ließ er sich dann nieder.

Herrscher der Insel Lanzarote war zu diesem Zeitpunkt König Zonzamas und seine Frau Fayna. Durch damals übliche Ränkespiele und Ehebrüche wurden Kinder geboren, Einwohner verschleppt und neue Thronfolger eingesetzt.

Die ehemalige Hauptstadt Teguise ist nach einer aus diesen über Jahre hinweg andauernden Spielchen geborenen Tochter benannt worden. Teguise wiederum heiratete Maciot de Béthencourt und dieser sorgte nach seiner Rückkehr nach Portugal dafür, dass die Insel fortan Insula de Lanzarotus Marocelsus hieß. Seither soll die Insel Lanzarote heißen.


1402 - 1479
Begehrte Waren der Insel waren Sklaven und eine rote Färberflechte (Orseille). Das waren auch die Gründe für eine Expedition Jean de Béthencourt 1402 im Auftrag König Heinrich III. von Kastilien. In Lanzarote ging er an Land und vereinbarte mit König Guadarifia ein Handelsabkommen. Er bot dem König den Schutz der Portugiesen und Spanier an. Das war allerdings ein Scheinangebot. Vielmehr wollte Béthencourt alle anderen Inseln der Kanaren erobern.

Es gab ein ewiges Hin und Her. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Besetzern und der Urbevölkerung wollten kein Ende nehmen.

Auch Portugiesen und Spanier stritten immer wieder um die Vorherrschaft. Erst im Vertrag von Alacovas werden alle Kanarischen Inseln den Spaniern zugesprochen.

Damit ist auch Lanzarote bis heute ein Teil Spaniens.


16. - 17. Jahrhundert
Das war die Blütezeit des Sklavenhandels mit aus Afrika verschleppten Menschen. Gleichzeitig aber nahmen die Plünderungen von Piraten zu. Mehr als einmal überfielen sie Arrecife und Teguise und einige hundert Bewohner von Lanzarote wurden entführt.

1730 – 1736
Eine schwere Zeit bricht über Lanzarote aus. Über 32 neue Vulkane entstanden. Die Ausbrüche waren verheerend und dauerten bis zum Jahr 1736.

Dörfer und Höfe und mehr als ein Viertel der gesamten Insel wurden von Lavaströmen überrollt. Und immer wieder entstehen neue Vulkane, man nennt sie Montañas del Fuego – Feuerberge. Viele Menschen mussten die Insel verlassen.


1768
Die nächste Katastrophe kam. Seit mehreren Jahren gab es keine Niederschläge mehr, die Folge davon war eine Dürrekatastrophe. Wer nicht sterben wollte, wanderte aus und das nicht nur auf benachbarte Inseln, sondern bis nach Lateinamerika.

Geschichte Lanzarote: Castillo de las Coloradas

1824
Und als ob das Vergangene nicht schon genug gewesen ist, kam es erneut zu einem Vulkanausbruch. Diesmal im Gebiet von Tiagua.


1852
In diesem Jahr wird Arrecife Hauptstadt von Lanzarote und das gesamte Archipel wird Freihandelszone.


1872
Bis dahin gab es einen florierenden Weinanbau auf Lanzarote. Damit war in diesem Jahr Schluss. Eine Reblausplage vernichtet den Wein fast vollständig.


1877 – 1878
Schon wieder gibt es kaum Wasser auf der Insel. Auch hier wieder als Folge Hungersnot und die massenhafte Flucht.


1920
In diesem Jahr erblickte Cesar Manrique das Licht der Welt. Er wurde später Maler und Architekt und prägte nachdrücklich das Bild Lanzarotes.


1927
Aus den Kanarischen Inseln wurden 2 Provinzen – die Westprovinz Teneriffa, La Palma, El Hiero und Gomera und die Ostprovinz Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura.


1936
General Franco
– zur damaligen Zeit verweilte er auf Teneriffa – putschte gegen die spanische Regierung, der Spanische Bürgerkrieg nahm seinen Anfang. Die nach dem Ende des Bürgerkriegs 1939 folgende Militärdiktatur unter Franco hatte natürlich auch Auswirkungen auf das Leben auf Lanzarote. 36 Jahre sollte sie halten.


1970
Es kommen die ersten Urlauber nach Lanzarote. Cesar Manrique schafft es, dass es hier auf Lanzarote noch nicht zu den übertriebenen Bettenburgen und hässlichen Großhotelanlagen kommt, sondern die Ursprünglichkeit beibehalten wird.


1974
Die spanische Regierung erklärt das Timanfaya-Gebiet zum geschützten Nationalpark.


1975
Der Diktator Franco stirbt und endlich kann sich Spanien unter König Juan Carlos I. auf den Weg in eine parlamentarische Demokratie machen.


1992
Spanien
wir Vollmitglied in der Europäischen Union, wobei alle Kanarischen Inseln nach wie vor Freihandelszonen bleiben.

Caesar Manrique – der Gestalter Lanzarotes – stirbt bei einem Autounfall.

1993
Die UNESCO erklärt Lanzarote zum Biosphären-Reservat.


1998
Die Umsetzung des Schengener Abkommens von 1995 bewirkt, dass Passkontrollen innerhalb der EU – also auch bei der Reise nach Lanzarote – künftig wegfallen.


Lanzarote hat eine bewegte Geschichte hinter sich, sowohl was die kriegerischen Auseinandersetzungen als auch die Naturkatastrophen angeht.

Trotz allem ist die Insel mit den schwarzen und weißen Stränden eine der beliebtesten Urlaubsziele.

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